

Inklusive Bildung
Die UN- Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verpflichtet Deutschland zum Aufbau eines inklusiven Bildungssystems. Von einem Schulsystem, in dem alle Schüler, unabhängig von sozialer Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit, oder Behinderung, gemeinsam unterrichtet und individuell gefördert werden, sind wir jedoch noch weit entfernt. Aktuell lernen immer noch 87% der behinderten Kinder in Deutschland an Förderschulen. Mit dieser Bilanz bildet Deutschland, was die Inklusion behinderter Kinder betrifft, das Schlusslicht im europäischen Raum.
Auch wir wollen ein Schulsystem in dem alle Schüler gemeinsam unterrichtet werden. Allerdings ist es nicht nur damit getan, behinderte und nicht behinderte Kinder zukünftig gemeinsam in einen Klassenraum zu setzen und dann „zu gucken, was passiert“.
Darum fordern wir mehr Sonderpädagogenstellen an Regelschulen, damit jeder Schüler entsprechend seiner Fähigkeiten in einem „normalen“ Umfeld individuell gefördert werden kann. Gelingt dies, können sich durch die inklusive Beschulung große Vorteile für alle ergeben. Beide Seiten können voneinander lernen. So können etwa Kinder mit Behinderungen lernen, sich an ihren „gesunden“ Mitschülern zu orientieren und entwickeln oft sogar den Ehrgeiz mitzuhalten. Der Hauptaspekt ist jedoch, dass sie von Anfang an Teil der Gesellschaft sind.
Schüler ohne eine Behinderung können insofern von der inklusiven Beschulung profitieren, als dass sie bereits völlig selbstverständlich mit dem Thema „Behinderung“ aufwachsen. Diese Kinder entwickeln meist eine hohe soziale Kompetenz, entsprechend leichter fällt ihnen auch im späteren Leben der Umgang mit behinderten Menschen.
Ein inklusives Schulsystem, in dem Bildung kein Wettbewerb, sondern wieder ein Grundrecht ist, wäre das Fundament für eine inklusiven Gesellschaft. Es ist höchste Zeit, dass dieser Status auch deutschlandweit endlich erreicht wird. Wir sind aktiv um den erforderlichen Paradigmenwechsel voran treiben und freuen uns, wenn Du uns dabei helfen möchtest!